|
Mobbing-Zentrale Schweiz
Zurück
Startseite
Mehrwert im
Unternehmen durch das Humankapital
Lehren und Erkenntnisse
Von Urs Klingler, Direktor Human Resource Services,
PricewaterhouseCoopers AG, Zürich
gehalten anlässlich des Symposiums 2004 der
Mobbing-Zentrale Schweiz
Der Erfolg eines Unternehmens bei der Umsetzung und Realisierung ihrer
Strategien
und Ziele beruht auf kompetenten, leistungsorientierten und ständig
lernenden
Mitarbeitenden. Eine schriftlich festgehaltene und transparent
kommunizierte
Personalpolitik beeinflusst das Unternehmensergebnis nachhaltig. Ein
objektives
Vorgehen sowie der Einsatz von Performance Management Systemen bestimmt
die
Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden und
stellt den
entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Der Einsatz von Performance
Management
Systemen wird häufig ohne Bezug zur Unternehmensstrategie betrachtet und
erfüllt die Praxisanforderungen somit nur teilweise. Dieser Beitrag
illustriert die Chancen und Potentiale der Verwendung des Instruments
für das Unternehmen und gibt Anstösse aus der Praxis.
Um schnell auf Marktveränderungen zu reagieren, werden Performance
Management Systeme wiederholt überprüft, erweitert oder durch neue
Systeme ersetzt. Dabei werden häufig innerbetriebliche Erfahrungen und
vorhandene Potentiale zuwenig beachtet und bleiben ungenutzt. Im
Hinblick auf die Neuausrichtung bzw. Entwicklung des Performance
Management Systems sind in einem ersten Schritt Zielvorgaben und Bedarf
eingehend zu analysieren und zu klären.
Daraus lassen sich folgende Kernfragen für die Konkretisierung der
Zielsetzung von
Performance Management Systemen ableiten:
• Fördern einer Feedback- und
Lernkultur?
• Steigern der Motivation der Mitarbeitenden?
• Verbessern der Leistungsfähigkeit und Leistungserreichung?
• Verbessern der Unternehmensleistung?
• Einschätzen der Qualität der Stakeholderbeziehungen?
• Anbinden der Leistungserreichung an die Lohnentwicklung?
• Einschätzung der firmenintern vorhandenen Fähigkeiten und Skills?
• Fördern der Mitarbeiterentwicklung?
• Definition von Ausbildungsbedürfnissen?
• Informationen und Argumente zur Beförderung?
• Höhereinstufung und Funktionswechsel?
• Erkennen von Potential für andere Funktionen und Aufgaben?
• Hinweise für die interne Nachfolgeplanung auf allen Stufen?
Lösungsansätze
Auf Grund der identifizierten Problemfaktoren bei der Umsetzung von
Performance
Management Systemen, sehen wir den wichtigsten Lösungsansatz in der
klaren Trennung von Zielvereinbarung und –bemessung und der Entwicklungsplanung.
Zielvereinbarung und Zielerreichung fokussieren auf die Gegenwart und
Zukunft. Es geht darum, erbrachte Leistungen in einem Zeitraum zu
beurteilen und allenfalls auch monetär zu belohnen. Die
Leistungserbringung ist verbunden mit der vereinbarten Rolle, Funktion
oder Aufgabe. Eine faire, korrekte Beurteilung im Gespräch hilft
Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten und erbrachte Leistungen zu
würdigen. Dabei können durchaus auch Entwicklungsmassnahmen, welche in
einem unmittelbaren Zusammenhang stehen, vereinbart werden.
Mit der Entwicklungsplanung, der Nachfolgeplanung und auch mittels
Beförderungen sucht das Unternehmen nach Antworten in einem
übergeordneten Zeitraum. Selbstverständlich werden Leistungsträger auf
Grund der Zielerreichung auch in dieser Betrachtung eingehend beurteilt
und auf die Übernahme von weiteren Tätigkeiten oder neuen Aufgaben
geprüft. Die Verfahren und Möglichkeiten unterscheiden sich jedoch klar
von der Leistungserbringung.
Oftmals ist die Organisation nicht bereit, für alle Potentialträger
sofort adäquate
Herausforderungen zur Verfügung zu stellen. Zudem nimmt der Druck bei
nicht eingelösten Versprechen der Unternehmen zu und kann zu Demotivation oder im schlimmsten Fall zu einem Austritt bei
Schlüsselpersonen führen.
Die untenstehende Grafik zeigt die Einbettung im Überblick
Unternehmensstrategie und Performance Management Systeme
Anbindung des Performance Management Systems an die
Unternehmensstrategie
|
StratUnternehmens-
strategie
|
à |
Kritische Erfolgsfaktoren |
à |
Leistungs-
vereinbarungen
|
à |
Leistungsfähigkeit
vs Erwartungen
|
à |
Entlöhnung |
|
Kunden
Investoren
Mitarbeitende
Top Management
Lieferanten
Behörden

|
|
Finanzielle Unternehmungsführung
l

l
l
l
v |
|
|
Unternehmensweit
Team/Unit/Gruppe
Individuell
|
|



 |
|
|
|
|
Performance
Management System
|
|
|
|
|
|
|
|
Leistungsvereinbarung |
à |
Leistungserwartungen |
à |
Leistungsbemessung |
à |
Entlöhnung |
|
|
|
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wertschöpfung

Welches Instrument könnte die spezifischen
Firmenbedürfnisse abdecken?
| Zielsetzung |
Instrument |
| Fördern einer Feedback- und Lernkultur |
-
Führungsgespräche
-
Mitarbeitergespräche
-
Kurse und Seminare
-
Feedback-Umfrage
-
360 Grad-Feedback
|
| Steigern der Motivation der Mitarbeitenden |
-
Commitment-Umfrage
-
Mitarbeiterumfrage
|
| Verbessern der Leistungsfähigkeit und Leistungserreichung |
|
| Verbessern der Unternehmungsleistung |
- MbO in Kombination mit Balanced Scorecard
|
| Einschätzung der Qualität der
Stakeholderbeziehungen |
-
Stakeholderinterviews
-
Regelmässige Umfragen
bei Stakeholdern
-
Abfrage der
Kundenzufriedenheit
|
| Anbinden der Leistungserreichung an die
Lohnentwicklung |
- MbO in Kombination mit konkreten Messgrössen und
Standards
(quantitativ und qualitativ) |
| Einschätzung der firmenintern vorhandenen
Fähigkeiten und Skills |
- Regelmässige Aufnahme und Assessment der Fähigkeiten
mittels Fähigkeiten-Datenbank
|
| Fördern der Mitarbeiterentwicklung |
-
Management Development
-
Talent Management
-
Interne
Stellendatenbank
|
| Definition von Ausbildungsbedürfnissen |
- MbO (kurzfristige Massnahmen) in Abhängigkeit zu den zu
erreichenden Zielen oder zur Leistungsförderung aus der
Leistungsbeurteilung
|
| Beförderung |
- Beförderungsprozess in Anlehnung an Stellenplan und
Unternehmensentwicklung
|
| Höhereinreihungen und Funktionswechsel |
- Funktionseinstufungssystem und Entlöhnungspolitik
|
| Erkennen von Potential für andere Funktionen
und Aufgaben |
- Nachfolgeplanung und Assessment
|
| Hinweise für die interne Nachfolgeplanung auf
allen Stufen |
|
Fazit:
Performance Management ist ein zentrales Instrument für die Entwicklung
des
Unternehmens und der beteiligten Individuen. Es geht darum, eine
ausgewogene
Balance zwischen Aufwand und Ertrag zu finden. In Bezug auf das
vorhandene Human Kapital sind innerbetrieblich oft wenig Angaben
verfügbar. Dies ist in der Praxis für das Unternehmen, aber auch die
Mitarbeitenden, ein hohes, je nach dem existentielles Risiko. Wer diese
Risiken minimieren kann, hat finanziell höhere Erträge sowie loyale
leistungsfähige Mitarbeitende.

Urs Klingler
Director
Urs Klingler ist als Director bei PricewaterhouseCoopers AG im Bereich
Human Resource Services tätig. Er berät Unternehmen insbesondere in den
Bereichen „Personalstrategie und Personalprozesse“, „Entlöhnungskonzepte
und Leistungsbeurteilungssysteme“ und „Messung und Vergleich der
Qualität des Human Kapital“. Zudem ist er Mitbegründer von
www.smartHRweb.com.
Kontakt
PricewaterhouseCoopers AG
Urs Klingler
Stampfenbachstrasse 52
8035 Zürich
| Telefon |
01 630 45 23 |
| Fax |
01 630 45 35 |
| E-Mail |
urs.klingler@ch.pwc.com |
Weitere Informationen: www.pwc.ch/hrs
|