Bilanz

Die Mobbing-Zentrale Schweiz besteht seit rund 10 Jahren. Ihre Dienstleistungen sind gefragt: Sie erhält nach wie vor mehrere telefonische Anrufe von Ratsuchenden pro Tag; hiezu kommt eine Vielzahl von E-Mails mobbingbetroffener Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen, die professionelle Unterstützung wünschen.

Die Website mit Informationen zum Arbeitsvertragsrecht stösst auf reges Interesse; sie wird stetig ausgebaut und „kundengerecht“ aktualisiert.

Gelegentlich sind Mobbing-Betroffene enttäuscht, dass eine Vereinigung mit gesamtschweizerischem Charakter nicht effizienter ist. Es werden Wünsche nach Pressekampagnen laut, um konkreten Mobbingerlebnissen vermehrt Publizität zu verleihen; ferner wird auch die Einschaltung von Parlamentariern verlangt, um auf diese Weise die Öffentlichkeit für die erlittenen Misshandlungen und die damit zusammenhängende Problematik zu sensibilisieren. Die Mobbing-Zentrale Schweiz verschliesst sich in der Regel solchen Wünschen, da schon allein aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes ein solches Vorgehen nicht in Frage kommt. Dies schliesst aber wie schon erwähnt nicht aus, dass mittels Öffentlichkeitsarbeit ein Umdenken in dieser Materie angestrebt wird. Mobbing-Betroffene geben gelegentlich auch ihrer Wut und Enttäuschung Ausdruck, wenn sie erfahren, wie dürftig die Rechtsgrundlagen bei einer Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses sind. Die grosse Mehrheit der Ratsuchenden ist jedoch dankbar, dass man sie anhört, ernst nimmt und ihnen zu verstehen gibt, sie seien nicht die einzigen Mobbing-Opfer. Geteiltes Leid ist halbes Leid, so vor allem wenn darauf hingewiesen wird, dass Mobbing als Kampfmittel zur Destabilisierung von oft gut ausgebildeten Arbeitnehmern mit guten Leistungen eingesetzt wird. Es geht darum, Mobbing-Betroffenen wieder ihr Selbstvertrauen zurückzugeben, damit sie im Arbeitsmarkt wieder Fuss fassen können.