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Unternehmensleitung
und Ethik Einige
Gedanken zum Vortrag am Symposium „Theologische, gesundheitliche und unternehmerische
Aspekte zum Thema Mobbing“ vom 18. November 2003 in Bern Von Urs Klingler, Direktor Human Resource Consulting, PricewaterhouseCoopers AG, Zürich Der
„Ethik-Boom“ als Antwort auf unternehmerische Skandale und das
Offenkundigwerden Über
die scheinbare Vertrauenskrise in der Wirtschaft wird viel diskutiert. Die
Auswirkungen 1.
Offenheit und Transparenz als Grundelement der Kommunikation 2.
Kultur der Rechenschaftspflicht gegenüber Aktionären und anderen
Stakeholdern 3.
Integrität der Personen im Management und Unternehmen 4.
Programme, Strukturen, Codes, Umsetzung, Ausbildung und Kontrolle Wo
liegt die ethische Herausforderung? Ethische
Leitlinien sind vor allem dort nützlich, wo sich die Angestellten eines
Unternehmens Mit
der entsprechenden Verpflichtung des Unternehmens, die postulierten Werte
zu leben, ist Fehlende
Ethik als Kostenfaktor Unternehmen
haben den Zweck, mit ihren Dienstleistungen und Produkten Kundenbedürfnisse
zu befriedigen, und ein Ziel, dies profitabel zu tun. Daneben stellt sich Ethik
als Wettbewerbsfaktor In
einigen Märkten und Branchen hat sich Ethik tatsächlich als
Verkaufsargument etabliert, Prinzipien
für die Umsetzung Der
meist verbreitete Vorwurf an Ethikprogrammen lautet: „Gut gedacht, aber
schlecht 1.
Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie: Um glaubwürdig zu sein,
muss ein 2.
Comittment vom Top Management: Der “tone at the top” ist
ausschlaggebend für den Erfolg. 3.
Einbindung der Stakeholder: Es lohnt sich, die Mitarbeitenden als
Adressaten des 4.
Inhalt und Gestaltung: Keep it simple: Einfache, kurze und klare Codes
funktionieren besser, 5.
Bewusstseinsbildung: Zur Umsetzung gehört eine gute interne
Kommunikation, begleitet von 6.
Ausbildung: Ausbildung, Diskussion und Interpretationen sind zentrale
Elemente der 7.
Business-Integration: Gute Ethikprogramme sind so gestaltet, dass
verantwortliches Handeln 8.
Persönliche Verpflichtung: Ein Ethikprogramm kann nicht bloss verteilt
werden, sondern 9.
Anreizsysteme: Wirklich ernst genommen wird ein Ethikprogramm dann, wenn
alle 10.
Kontrolle: Eine wirksame interne Kontrolle zielt primär darauf, im Sinne
der Prävention den Der
Nutzen Der
ökonomische Nutzen von Ethikprogrammen ist nicht einfach zu
quantifizieren, oder -
Sicherstellen von Integrität und Reputation, Etablierung einer
ethischen-rechtlichen Kultur in Zeiten -
Festigung der Unternehmenswerte, Wahrnehmung einer konkreten,
darstellbaren -
Rückgewinnung von Vertrauen durch gelebte Geschäftsethik -
Verbesserte Kompetenz für die Identifikation, das Einschätzen und
Managen von Risiken, -
Vertrauensbildung gegenüber allen Stakeholdern durch faire Information „Nobody
is perfect“ Kein
Unternehmen wird je perfekt sein. Im Normalfall wird ein Unternehmen den
guten
Der
Einfluss von Firmenübernahmen und Restrukturierungen auf die
Mitarbeiterbeziehungen Urs Klingler, Direktor Human Resource Consulting, PricewaterhouseCoopers AG, Zürich Firmenzusammenschlüsse erzeugen Metamorphosen und
führen Kulturveränderungen mit sich, die ein riesiges Konfliktpotential
entstehen lassen. Eine ganzheitliche Integration der beteiligten
Unternehmen, die rasche Bildung einer „neuen“ verständlichen Kultur,
der Abgleich der Systeme und Prozesse, sind entscheidende Erfolgsfaktoren
bei Fusionen. Aus unternehmerischer Sicht lohnt es sich, Vorgehensweisen
und Interventionen gegen „Mobbing“ bereitzuhalten. Der Umgang mit dem
Phänomen „Mobbing“ fordert und überfordert alle. Fehlende
Interventionsmöglichkeiten und Missachtung dieses Anzeichens führen
immer zu grossen finanziellen Schäden, zu Imageverlust und zu einer
destruktiven und negativen Firmenkultur, was letztlich auch die Zukunft
gefährdet und die Wahrnehmung des Unternehmens prägt. Nachhaltig geführte Firmen sind
erfolgreichere Unternehmen Unternehmen haben heute eine Vielfalt von Anforderungen zu
erfüllen, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Der Dow Jones Sustainability
Index (DJSI) verlangt unter anderem implementierte Konzepte in den
Bereichen “Gesundheits- und Sicherheitsstandards“, „Konfliktlösung“
und „Mitarbeiterzufriedenheit“. Innerhalb des DJSI sind
gesellschaftliche Kriterien mit 25% gewichtet. Nicht wenige dieser
Kriterien haben einen starken Bezug zum Umgang der Mitarbeitenden
untereinander und zu den Möglichkeiten, welche innerhalb der Firmen für
die Mitarbeitenden bestehen. Unternehmen, die diesen Regeln angehören,
sind wirtschaftlich erfolgreicher und erzielen bessere Resultate, was
durch einen signifikant höheren Aktienkurs wiederspiegelt wird. Firmenübernahmen oder –zusammenschlüsse
sind komplexe Vorgänge. Sie sind dann erfolgreich, wenn dem Change
Management die notwendige Beachtung geschenkt wird.
Eine Firmenübernahme oder ein -zusammenschluss ist die
Vereinigung zweier Unternehmen mit verwandten oder zumindest ergänzenden
Leistungen, Strukturen und Organisationsformen. Oft gibt es
wirtschaftliche Gründe, die für eine Firmenübernahme oder einen
Zusammenschluss gewichtige Argumente liefern; beispielsweise rasch in
einen neuen Markt vorstossen, präsenter am Markt zu sein, den Marktanteil
erhöhen, oder gemeinsam mit einem Mitbewerber eine stärkere
Marktdurchdringung erreichen. Das Gemeinsame an all diesen Transaktionen
ist die immer komplexeren Veränderungen. Unternehmen haben immer
regional, national oder international divergierende Werte. Bei einer
Zusammenführung resultiert dies zwangsläufig zu einer neuen
Unternehmenskultur. Viele dieser Projekte können durch die Vernachlässigung
der Human Resource Aspekte gefährdet werden. Massive Projektverzögerungen
oder der Abbruch des Projektes sind potentielle Folgen. Erfahrungen und
Analysen zeigen, dass starke Produktivitätsverluste, der Weggang von Schlüsselpersonen,
der Verlust von erheblichem Produkt-Knowhow und ein markanter Einbruch der
Wettbewerbsfähigkeit zu den beachtlichsten Risiken gehören. Fallstricke
bei Fusionen
Die Annahme, dass Firmen und ihre Kulturen früher oder später
automatisch zusammenwachsen, ist grundlegend falsch. Nur die aktive
Schaffung und Kommunikation einer neuen Unternehmenskultur in Kombination
mit konkreten Umsetzungsmassnahmen, sowie der aktive Einbezug des Top
Managements lassen Firmenzusammenschlüsse zeitlich, wirtschaftlich und
finanziell erfolgreich werden. Die Vermutung, dass Firmen, die im gleichen
Geschäftsfeld operieren oder in der gleichen Branche tätig sind, sich
automatisch ergänzen und dadurch zusammenpassen, hat sich als unrichtig
erwiesen. Bei Zusammenschlüssen ist auch der Entwicklung der
innerbetrieblichen Systeme und HR-Prozesse die notwendige Aufmerksamkeit
zu schenken. Ein mangelndes Anpassen von Entlohnungssystemen,
HR-Richtlinien und Prozessen blockieren oder verzögern zumindest die
aktive Teilnahme der betroffenen Mitarbeitenden. Commitment
(Verpflichtung, Motivation, Transparenz, Bereitschaft, sich zu Gunsten des
Unternehmens einzusetzen) Das
Commitment, die Bereitschaft sich für das Unternehmen
soweit als möglich einzubringen, erfordert engagierte Führungskräfte,
eine neue transparente Geschäftsstrategie und eine Fokussierung auf die
beteiligten Menschen. Da in der Startphase des Projektes vieles als unklar
empfunden wird und verlässliche Aussagen zur Zukunft nicht oder nur
teilweise zur Verfügung stehen, reagieren die beteiligten Mitarbeitenden
oft mit Unsicherheit, existentiellen Ängsten, Schock, Mobbing,
Depressionen oder krankheitsbedingten Abwesenheiten. Der Verlust des
Arbeitsplatzes bei Kündigung verursacht neben finanziellen und familiären
Problemen auch Beziehungsverluste, welche von den Betroffenen als sehr
schmerzlich empfunden werden. Ziel der Mitarbeitenden, die in der neuen
Firma bleiben dürfen, ist es, einen Platz im neu geschaffenen Gebilde zu
finden. Neue Fähigkeiten müssen erworben und die eigene Position neu
erarbeitet werden. Führungskräfte sind in doppelter Hinsicht gefordert.
Neben der Verantwortung für die unterstellten Mitarbeitenden muss die
eigene Zukunft gestaltet werden. Die Anforderungen an die Konfliktfähigkeit
steigen merklich und das Klima kühlt meistens ab. Die Wahrscheinlichkeit,
dass Symptome auftreten, nimmt markant zu. Es ist jedoch falsch
anzunehmen, dass das Phänomen „Mobbing“ nur in Zeiten von
Reorganisationen erscheint. Ausländische Studien, eigene Erfahrungen und
die Studie des seco (Staatssekretariat für Wirtschaft Direktion für
Arbeit, Bereich Arbeitsbedingungen) vom Oktober 2002 geben die aktuelle
Situation in der Schweiz wieder. Welche Faktoren sind bei
Restrukturierungen zu berücksichtigen?
Geplante Veränderungen sollen nicht geheim gehalten werden.
Die Mitarbeitenden sind auf die bevorstehenden Veränderungen
vorzubereiten und an die neuen Anforderungen heranzuführen. Mündliche
und schriftliche Kommunikationen sowie die aktive Anwesenheit des
Managements sind zwingend. Folgende Ansätze unterstützen diese komplexen
Prozesse: -
Trainingsprogramme zur Stärkung der Führungseigenschaften
Durch Übungen und Rollenspiele sollen die Fähigkeiten der Führungskräfte gestärkt werden. Führungskräfte sollen lernen, mit Konflikten umzugehen, Probleme zu lösen und zu kommunizieren. Die Führungskräfte sollen auch ihre eigenen Grenzen und Schwächen besser kennenlernen. -
Die Firmen
sollten eine Anti-Mobbing-Infrastruktur aufbauen Die betriebliche Mitsprache und eine offene Gesprächskultur sind integrierender Bestandteil der Unternehmenskultur. So sollen der Ausbildungsstand, die Überforderung von Vorgesetzten beachtet und der „Verschleiss“ von Mitarbeitenden überwacht werden. Die Beziehungen zwischen Schweizern und Ausländern müssen beschützt und Präventionskampagnen mit Broschüren und Postern durchgeführt werden. Mitarbeitende müssen über Rechte und Pflichten aufgeklärt und auf Gefahren hingewiesen werden. Die Personalverantwortlichen sollten die innerbetrieblichen Verfahren zur Klärung von Mobbing-Vorfällen vorgängig entwickelt haben und müssen gegebenenfalls externe Ressourcen bereithalten. Der Umgang mit dem Phänomen „Mobbing“ fordert und überfordert alle Beteiligten. Prävention und das Übernehmen von Verantwortung sind der Schlüssel zum Erfolg. |